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Trekking-Informationen für Bhutan

Bhutan "Wenn wir sicher zu Hause sitzen, wünschen wir uns, wir hätten ein Abenteuer zu bestehen"
Thornton Wilder

Trekking ist die beste Möglichkeit, das wirkliche Herz Bhutans zu erleben. Es ermöglicht einen Einblick in die ländliche Kultur des Königreichs, durch den Kontakt mit Bewohnern in entlegenen Dörfern, einsamen Camps von Yakhirten und weltentrückten kleinen Klöstern.

Die beste Zeit für eine Trekkingtour in Bhutan ist entweder von Ende März bis Anfang Mai, wenn die Rhododendren blühen, oder im Herbst von Ende Sept. bis Mitte Nov., wo Enzian und Edelweiß die Hänge überziehen. Im Herbst sind die Nächte bereits kalt (von +5 Grad bis - 10 Grad in sehr hohen Lagen), während am Tag immer noch angenehme Temperaturen um die 20 Grad herrschen, die das Trekken sehr angenehm gestalten. Im März/April sind die Nächte meistens schon etwas wärmer, dafür ist der Himmel nicht so klar und die Berggipfel sind oftmals in Wolken gehüllt.

Alle Trekkingtouren werden mit Zelten, einer Campingausrüstung und der notwendigen Begleitmannschaft, die aus dem Guide, dem Koch und je nach Teilnehmerzahl aus mehreren Helfern und Pferdeführern besteht, durchgeführt. Das Gepäck und die Ausrüstung werden auf Packpferde - in höheren Regionen auf Yaks - verladen, die unter Umständen mehrmals gewechselt werden müssen, da jeder Distrikt über seine "eigenen Transporteure" verfügt und hier bestimmte Regeln einzuhalten sind.

Ein Abenteuer in der Wildnis
Der größte Teil der Fläche Bhutans ist mit Wald (bzw. Dschungel) überzogen und das wird am deutlichsten bei einer Trekkingtour. Die meisten Treks sind ein Auf und Ab entlang von Bergketten und über Pässe und durchqueren dabei verschiedene Vegetationszonen. Fast immer handelt es sich um Nationalparks und es bestehen daher gute Aussichten, wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können. Der Treks findet meist im "Outback" statt, nur hin und wieder kommt man an kleinen Ansiedlungen oder Camps vorbei, daher muss die Ausrüstung und Verpflegung sorgfältig geplant werden.

Die Wege, wobei es sich teilweise um alte Maultierpfade handelt, befinden sich überwiegend in gutem Zustand, nur wenn es regnet können sie rutschig und manchmal auch sehr schlammig werden. Dann heißt es schon mal, von Stein zu Stein springen. Auch in höheren Regionen (bis 5000 m) führen die Pfade noch immer durch Kulturlandschaft mit Wiesen, Wäldern und Hochalmen. Eine Kletterausrüstung ist in keinem Fall notwendig. Eine Besteigung der schneebedeckten Gipfel (wie z.B. in Nepal) ist in Bhutan nicht erlaubt, da diese die Heimat der lokalen Götter und somit nur ihnen vorbehalten sind.

Körperliche Fitness
Ein kurzer Trek in Bhutan dauert 3 oder 4 Tage, eine durchschnittliche Tour ca. 10 Tage, aber auch längere Touren sind möglich, wie z.B. der Snowman-Trek über insgesamt 23 Tage. Eine Trekkingtour in den Bergen Bhutans ist allgemein körperlich anspruchsvoll, erstens wegen seiner Länge und vor allem auch wegen der Höhenunterschiede. Auf einigen Touren beträgt die tägliche Höhendifferenz 500 m auf einer Länge von ca. 18 km. An einigen Tagen kann es sogar bis zu 1000 m ansteigen. Wer unter Knie- oder Herzproblemen leidet, dem ist grundsätzlich von einem Trek abzuraten.
Die Tagesetappen sind so gestaltet, dass in der Regel ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um das nächste Camp für die Übernachtung zu erreichen. Auch einige Entspannungstage sind bei allen Touren mit eingeplant, zur Regenerierung oder für fakultative Ausflüge. Die täglichen Gehzeiten betragen bei den meisten Touren zwischen 5 und 8 Stunden. Selber trägt man dabei nur den eigenen Tagesrucksack, das übrige Gepäck ist während des Tages nicht greifbar und wird bereits ins nächste Camp gebracht. Da man sich bei den Trekkingtouren überwiegend in großen Höhen bewegt, leiden manche Trekker unter den Symptomen der "Höhenkrankheit", die sehr erst zu nehmen ist und zum Tode führen kann.
Höhenkrankheit AMS
Die so genannte akute Berg- oder Höhenkrankheit tritt auf, wenn sich der Körper nicht schnell genug an die verringerte Sauerstoffmenge in zunehmender Höhe anpassen kann und dadurch eine Unterversorgung des Gehirns und anderer Körperteile entsteht.
Die manchmal sogar lebensbedrohlichen Symptome der Höhenkrankheit lassen sich jedoch weit gehend vermeiden, wenn man folgende Ratschläge beherzigt:

  • Den Körper langsam an die Höhe anpassen, d.h. gemütliches Gehen mit entsprechenden Ruhepausen, was bei den Tagesetappen durchaus im Zeitplan einkalkuliert ist. (Gefährden sie nicht Ihre Gesundheit, nur um Ihre Kondition beweisen zu wollen, dieser Fehler wird oft gemacht).
  • Vermeiden Sie zusätzliche Überanstrengung (Ruhetage/-pausen werden zur Regenerierung/Akklimatisierung eingelegt)
  • Sorgen Sie für ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten
  • Vermeidung Sie Alkoholgenuss, Nikotin und Schlafmittel
  • Machen Sie vorsorglich einen Gesundheits-Check bei Ihren Hausarzt (Blutdruck, Zuckerwerte ... ok?) und die jährliche Vorsorge bei Ihrem Zahnarzt.

    Die ersten Frühzeichen von AMS sind

  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit und Schwindelanfälle
  • Schlafstörungen
  • Hoher Herzschlag/Puls auch in Ruhephasen
  • Leistungsabfall
  • Wasseransammlungen unter der Haut (Ödeme)

    und sollten sehr ernst genommen werden. Im Gebirge, abseits der Zivilisation, ist es besonders gefährlich, Früh- und Warnzeichen des Körpers durch Medikamente oder "eisernen Willen" überspielen zu wollen.

    Informieren Sie immer Ihren Guide, auch wenn Sie nicht ganz sicher über die bei Ihnen möglicherweise aufgetretenen Symptome sind. Falls sich Ihr Zustand auch nach einer eingehenden weiteren Ruhephase nicht bessert, sondern ggf. sogar weiter verschlimmert, wird ein sofortiger Abstieg unumgänglich sein. In besonders schweren Fällen muss evtl. ein Helikopter aus Indien angefordert werden, was aber mit hohen Kosten verbunden ist, die der Teilnehmer selber zu tragen hat.

    Eine gesunde Rückkehr von der Trekkingtour hat für alle Teilnehmer oberste Priorität! Sollten Sie wider Erwarten den Anforderungen nicht gewachsen sein, so gibt es immer Alternativen , damit Sie dennoch einen erlebnisreichen und erholsamen Urlaub verbringen können. Ihr Guide und das Team vor Ort stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

    In Bhutan ist es schwierig, gute Trekkingausrüstung zu kaufen, deshalb empfehlen wir die notwendigen Dinge bzw. die entsprechende Kleidung mitzubringen.

    Wenn Sie öfters in den Alpen unterwegs sind und ggf. schon mehrtägige Hüttenwanderung unternommen haben, so bringen Sie diese Ausrüstung mit. Dann fehlt für Ihre Trekking-Reise durch Bhutan kaum noch etwas. Einige Dinge sind in Kathmandu in den diversen Trekking-Geschäften auch ganz gut erhältlich und preiswerter, aber man sollte natürlich dabei auch die Qualität beachten.

  • Checkliste der benötigten Ausrüstung:
  • gute Wanderschuhe für unterwegs bzw. Trekkingschuhe mit Goretex für Touren über 4.000 m.
  • ein zweites Paar bequeme Schuhe fürs Camp, z.B. leichte Turn-/Joggingschuhe
  • mehrere Paar Wandersocken
  • Wanderstöcke, besonders bei Touren in höhere Regionen erleichtern sie den Aufstieg enorm
  • warme Jacke (evtl. mit Windstopper) und bei Touren über 4000 m eine Daunenjacke oder gute Goretex-Jacke mit integrierter Vliesjacke
  • Regenschutz – der altbewährte Regenschirm kann auch ein idealer Sonnenschirm sein
  • Bequeme Outdoor-Bekleidung für tagsüber
  • Für abends warmen Pullover oder Weste (Vlies ist zu empfehlen)
  • Handschuhe und warme Mütze
  • Sonnenschutz, bestehend aus Sonnenbrille, Sonnencreme und Kopfbedeckung
  • Tagesrucksack (ca. 25 - 35 l) für unterwegs
  • Schlafsack im Temperaturbereich bis minus 5°C bei Touren über 3.500 m bis minus 10 ggf. bis minus 20°C. Wer leicht friert, für den bewährt sich das Zwiebelprinzip mit zusätzlicher Vlies-Schlafsackeinlage und /oder zusätzlichem Jogging-/Trainingsanzug für die Nacht
  • Wasserflasche für unterwegs. Diese kann auch als Wärmflasche (aufgefüllt mit heißem Wasser) kalte Füße in der Nacht zusätzlich wärmen.
  • Taschen- oder noch besser Stirnlampe fürs Zelt (Ersatzbatterien besser Akkus nicht vergessen)
  • Einige Energieriegel, Traubenzucker oder sonst etwas für zwischendurch.
  • Etwas zum Lesen (Reiseführer) für die Ruhetage oder besser ein Schreibheft, um im persönlichem Tagebuch die täglichen Erlebnisse festhalten zu können.
  • Kamera-Ausrüstung mit genügend Filmen oder Speicherkarten und Ersatzakkus. Voll aufladen und an jedem Ort mit Stromanschluss nachladen. Unterwegs „on trek“ gibt es keine Möglichkeiten.
  • Ein kleines Sortiment an Medikamenten z.B. für Erkältung, Kopfschmerzen, Magen/Darm-Problemen und evtl. einigen Pflastern für Blasen an den Füßen. Ein Breitband-Antibiotikum ist empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig. Sprechen Sie bzgl. aller Medikamente (Verträglichkeit) mit Ihrem Hausarzt.

    Für den Gepäcktransport eignet sich am besten eine mittelgroße stabile Trekkingtasche bzw. - Rucksack oder auch ein Seesack, wenn möglich mit Regenschutz. Das Gewicht des gesamten Gepäcks sollte nicht mehr als 15 kg betragen. Außerdem ist es nützlich, noch eine kleinere Tasche mitzubringen, wo Dinge, die während des Treks nicht gebraucht werden, solange deponiert werden können (entweder im Hotel oder bei der örtlichen Reiseagentur) wie z.B. saubere Kleidung für die restlichen Tage im Hotel.

  • Es gibt viele Arten von Meditation.
    Einige von uns gehen in die Berge, einige laufen an einem Fluß entlang,
    einige stehen auf einem Hügel.
    Es gibt viele Orte, um ein wenig bei dir selbst zu sein,
    um der lärmenden Welt zu entkommen.
    Gib dir selbst eine Chance!

    Horace Axtell, Ältester der Nez Percè-Indianer

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